Maine Coon Katzen – Sanfte Riesen

Außen wild – innen sanft, das könnte eine von vielen Beschreibungen sein, die auf die Maine Coon Katze zutrifft. Auffällig ist auf jeden Fall die imposante Erscheinung der Maine Coon, häufig begleitet nicht nur von einem ausladenden Halskragen, sondern auch von typischen Luchspinseln an den Ohren. Dazu noch der imposante Körperbau – mit einer normalen Hauskatze scheinten Coonies wirklich kaum gemein zu haben.

Hinter diesem Kraftpaket findet man dann aber nicht nur eine intelligente und gesellige, sondern auch eine höchst sanftmütige Katze. Der sanfte Riese wird sie genannt und das passt eben auch gut zur großen Katze. Viele sind fasziniert von ihrem lieben und aufgeschlossenem Wesen. Ihre lustige und zugleich freundliche Art verzaubert zusätzlich. Und ihr schönes, kraftvolles Aussehen geht mit ihrem Charme einher. Kein Wunder, dass so viele Katzenfans der Maine Coon einfach verfallen und von dieser großen Waldkatzen-Rasse gar nicht mehr lassen können.

Zwar ist die Maine Coon sanftmütig und sicherlich nicht sehr anspruchsvoll, dennoch sollte man bei ihrer Haltung einiges beachten. Denn ihre Größe bedeutet nicht nur, dass sie eben auch etwas mehr Fressen brauch und der Schlafplatz etwas größer ausfallen sollte, auch bei ihren anderen Möbeln sollte man auf Stabilität achten. Gesunde Ernährung ist außerdem mehr als nur eine größere Portion.

Ein paar Fakten zur Maine Coon Katze

  • Die Maine Coon zählt zu den größten und auch schwersten Hauskatzenrassen überhaupt.
  • Vom Kopf bis Schwanz kann eine Coonie gut einen Meter lang werden.
  • Der erwachsene Coonie-Kater bringt auch gerne zehn Kilogramm mit auf die Waage.
  • Das Fell der Maine Coon ist halblang und dicht. Die Katze hat nicht nur ein wärmendes Unterfell, sondern auch wasserabweisende Deckhaare.
  • Die Maine Coon kommt ursprünglich aus Nordamerika.
  • Im Staat Maine ist sie sogar eine Staatskatze.

Die Maine Coons gehören als Rasse zu den sogenannten Waldkatzen und zu den Naturkatzen. Ihren Ursprung hat diese Rasse im Nordosten der USA – und zwar im Bundesstaat Maine. Die genaue Entstehungsgeschichte der Maine Coon als Katzenrasse liegt im Dunkeln, das hindert aber nicht der einen oder anderen Legende an der Entstehung.

Wenn der Waschbär mit der Hauskatze …

So munkelt man gerne, dass sich im Stammbaum der Maine Coon ein Waschbär versteckt habe, worauf auch der Name hinweisen soll, denn Waschbär heißt auf englisch Racoon. Allerdings nur weil diese Theorie immer wieder gerne verbreitet wird, wird die Geschichte mit der Verpaarung eines Waschbären und einer Maine Coon nicht richtiger. Denn auch wenn die Maine Coon mit ihrem kräftigen Körperbau, ihrem dichten und vor allem auch buschigen Schwanz und der auffälligen Zeichnung tatsächlich ein wenig an einen solchen Waschbären erinnert, biologisch möglich ist dies wohl gar nicht.

Da die USA früher ein Einwanderungsland waren und mit den Einwanderern natürlich auch die eine oder andere Katze aus Europa mit in die Neue Welt kam, nimmt man heute an, dass die Maine Coon einfach eine Kreuzung aus verschiedenen Katzenrassen ist.

Erste Ausstellung mit Maine Coon Katze

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts kam man dann auf die Idee auf einer Landwirtschaftsmesse (Katzen waren damals ja vor allem nützliche Tiere, die in der Scheune auf Mäusejagd gingen) die schönste Katze aus Maine zu wählen. Und diese Katze bekam dann den Titel

Maine State Champion Cat

Bis daraus dann die Maine Coon Katze wurde, dauerte es gar nicht lange, und schon 1895 gab es auch eine erste Maine-Coon-Katze auf einer Katzenausstellung im Madison Square Garden in New York. Und diese Katze mit Namen Cosey war hier auch gleich erfolgreich und räumte den ersten Platz ab.

Maine Coon Katze muss Exoten weichen

Nützlichkeit ist aber nicht immer ein Garant dafür, beliebt zu bleiben. Und so musste die Maine Coon Katze dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts exotischen Katzenrassen weichen, die auch in die USA strömten. Siamkatzen und flauschige Perserkatzen waren plötzlich beliebter als die nützliche und riesige Maine Coon. Die große Katze aus Maine geriet sogar fast in Vergessenheit.

In den 1950er Jahren kam es dann zum Comeback. Da es aber eigentlich keine Maine Coon Katzen mehr gab, jedenfalls keine, mit denen schon seit Jahren Zucht betrieben wurde, ging man eben her und suchte nach Katzen, die so aussahen, wie man sich die Maine Coon eben immer noch vorstellte. Und es dauerte nicht lange und die Maine Coons waren auch wieder auf Katzenausstellungen anzutreffen. So ließ auch der Rassestandard nicht auf sich warten und nach und nach wurde dieser von den verschiedenen Katzenverbänden auch anerkannt. Der Letzte in der Reihe war die Cat Fanciers Association (CFA) in den USA.

Heute gibt es die Maine Coon in verschiedenen Farben und Zeichnungsvarianten. Sie gelten nicht umsonst als imposante Naturschönheiten.

Was sind eigentlich Waldkatzen?

Die Maine Coon Katze gehört ebenso wie die Norwegische Waldkatze und die Sibirische Katze (und hier auch die Unterart Neva Masquarade) zu den Waldkatzen. Waldkatzen sind Hauskatzenrassen, die nicht nur ohne menschlichen Einfluss entstanden sind, sondern die auch ursprünglich ohne Menschen in den Wäldern klar kamen. Auffällig ist auch, dass Waldkatzen meist sehr große Katzenrassen sind. Sie gelten zudem als sehr robust. Ihnen eigen ist auch ein halblanges und dichtes Fell, häufig ist es auch etwas fettig (wasserabweisend, auch die Maine Coon hat ein solches Fell). Dieses Fell soll die Waldkatzen sowohl vor Kälte als auch vor Nässe schützen. Außerdem haben Waldkatzen – zumindest im Winter – noch ein dichtes Unterfell.

Auch wenn Waldkatzen sehr robust und natürlich sind, vom Wesen her sind sie nicht nur liebe, sondern eben auch anhängliche Tiere, die gerne mit ihren Menschen zusammen sind. Dabei sind Waldkatzen auch noch pflegeleicht. Sie haben zwar Fell und müssen auch durch einen Fellwechsel (was, auch bei pflegeleichten Katzen natürlich etwas mehr an Hausarbeit für den Katzenhalter bedeutet), aber sie brauchen bei diesem zumindest keine Unterstützung.